Anhand Ihrer Schilderung und Fragen zur Krankheitsgeschichte erhält der Arzt einen Überblick über Ihre Beschwerden und darüber, wie stark Sie darunter leiden. Möglicherweise führen Sie eine Zeit lang Tagebuch: Wann nehmen Sie Flüssigkeit zu sich? Wann lassen Sie wie viel Urin? Leiden Sie unter Harndrang?, usw.
Sehr hilfreich sind nach Einschätzung der EAU auch Fragebögen wie der International Prostate Symptom Score ((I-PSS). Mit ihrer Hilfe lässt sich die Ausprägung der Beschwerden leichter einschätzen.
Im Rahmen der körperlichen Untersuchung wird auch eine rektale Untersuchung vorgenommen.
Der Arzt tastet dabei die Vorsteherdrüse mit seinem Finger im Enddarm. So kann er beurteilen, ob die Prostata vergrößert, schmerzhaft oder verhärtet ist.
Meist wird auch der Harn auf Krankheitskeime und chemische Veränderungen untersucht. Die Nierenfunktion lässt sich anhand bestimmter Werte aus einer Blutprobe abschätzen.
Eine Harnstrahlmessung (Uroflowmetrie) zeigt die Stärke und Geschwindigkeit des Harnstrahls auf. Dabei wird in einer Apparatur gemessen, wie viel Harn bei der Blasenentleerung pro Sekunde durch die Harnröhre fließt. Normalerweise sind das mehr als 15 Milliliter pro Sekunde. Weniger als 10 Milliliter pro Sekunde können ein Hinweis sein, dass die Harnröhre aufgrund einer Prostata-Hyperplasie verengt ist. Die Uroflowmetrie ist eine obligatorische Diagnosemethode vorgängig eines chirurgischen Eingriffs.
Eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) erlaubt die Beurteilung der Nieren, Harnblase und - bei Männern - der Prostata . Unter anderem wird auch der Restharn durch Ultraschall gemessen. Beim Restharn handelt es sich um diejenige Urinmenge, die unmittelbar nach dem Harn lassen noch in der Harnblase nachweisbar ist.
Die gesunde Harnblase wird restharnfrei entleert. Diese Untersuchungen ermöglichen bereits in vielen Fällen den Nachweis oder Ausschluss von Erkrankungen wie Harnsteinen, Tumoren oder Abflussstörungen des Harntraktes und damit eine Einteilung in komplizierte und unkomplizierte Entzündungen.
Mittels Ultraschall kann der Füllungszustand der Harnblase (Restharn) sowie derjenige der Nieren und Prostata beurteilt werden.
Der PSA Bluttest liefert Hinweise über den allgemeinen Zustand der Prostata. PSA steht für «Prostata-spezifisches Antigen», ein Eiweiss, das ausschliesslich von Prostatazellen produziert wird.
Wenig PSA gelangt immer auch ins Blut und ist dort stets nachweisbar.
Bisher galt ein Wert von ≥ 4 mg/dl Blut als normal.Nach jüngsten Studien zeigt sich jedoch, daß selbst im Niedrigbereich (PSA 2,5–4 mg/dl) noch eine
Tumorwahrscheinlichkeit zwischen 19 % und 22% besteht .
Die weit verbreitete Praxis, einen PSA-Wert von ≥ 4 mg/dl als abklärungsbedürftig einzustufen, muß daher überdacht
werden. Viele Therapeuten halten daher einen Grenzwert
von > 2,5 mg/dl für sinnvoll: Verringerte man den Schwellen-wert in denNiedrigbereich (2,5 mg/dl), könnten über 90 % allerKarzinome entdeckt werden, von denen bis zu 80%
im organbegrenzten und somit potenziell heilbaren
Stadium vorliegen – eine hervorragende Performance
für einen Früherkennungsmarker.
Der nicht unerhebliche Nachteil liegt in der geringen Fähigkeit, tumorfreie Patienten als solche zu identifizieren: 4 von 5 Männern mit einem PSA-Wert > 2,5 mg/dl würde unnötig die weiterführende Abklärung durch Tastbefund, transrektalem Ultraschall sowie Prostatabiopsie empfohlen werden.
Je nach Größe und Festigkeit der Vorsteherdrüse sowie Höhe des PSA-Blutwertes wird eine Prostatabiopsie ( Gewebeentnahme aus der Prostata) erforderlich sein. So lässt sich zwischen gutartiger Vergrößerung und eventuellem Prostatakrebs zu unterscheiden.
Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch eine endoskopische Untersuchung der Harnröhre und Blase (Zystoskopie) erforderlich. Sie kann weitere Faktoren aufdecken, die die Blasenentleerung behindern. Dies können unter anderem Blasenpolypen oder Verengungen der Harnröhre sein.
Die Prostatabiopsie ist ein sicheres Verfahren zum Nachweis oder Ausschluss von Prostatakrebs. Sollte zum Beispiel im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung ein auffälliger Tastbefund der Prostata, erhöhte Blutwerte des prostataspezifischen Antigens (PSA) oder eine verdächtige Veränderung in einer Ultraschalluntersuchung den Verdacht auf das Vorliegen eines Prostatakrebses ergeben, wird in den meisten Fällen eine Gewebeprobeentnahme empfohlen.
Die Prostatabiopsie wird in den meisten Fällen ambulant vorgenommen und ist in der Regel schmerzlos.
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